Konkurrenz für Taxi Mama
Der ÖPNV macht mobil
Immer mehr Mütter gehen einer Beschäftigung nach, teilte kürzlich das Statistische Bundesamt mit. Danach ist sowohl der Anteil der teilzeitbeschäftigten als auch der voll erwerbstätigen Mütter deutlich gestiegen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Berufswünsche von Müttern u. a. an mangelnder Mobilität gescheitert sind.
Keine Frage: Kaum etwas anderes prägt den Lebensalltag der Menschen so wie vorhandene oder fehlende Mobilität. Für die meisten Zeitgenossen ist es mittlerweile selbstverständlich, in kürzester Zeit an jeden beliebigen Ort zu gelangen. Auch diejenigen, die auf einen eigenen Pkw verzichten wollen oder müssen, verfügen über eine beachtliche Mobilität, wenn sie auf die Dienstleistungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zurückgreifen.
Busse verbinden Großstädte und Dörfer, fahren bis in die letzten Winkel der ländlichen und oftmals dünn besiedelten Regionen. So steigt auch dort die Mobilität für die große Mehrheit der Familien, die sich keinen Zweitwagen leisten können: Denn viele Väter fahren morgens mit dem einzigen Auto der Familie zur Arbeit – und die Mütter bleiben mit Kind und Kegel zurück. Ohne fahrbaren Untersatz sind sie dann nicht nur für die Fahrten der Kinder, sondern auch für die täglichen Besorgungen auf den ÖPNV angewiesen.
Selbst Familien, die über mehrere Kraftfahrzeuge verfügen und den Nachwuchs bisher mit dem Auto transportiert haben, steigen immer öfter auf Busse um. Im dichten Stadtverkehr hat das „Taxi Mama“ schlechte Karten, sobald der motorisierte Freizeit- und Berufsverkehr im Stau zum Erliegen kommt. Zum Glück können die Kids viele Sporthallen, Schwimmbäder und Freizeitangebote gut mit dem Linienbus erreichen.
Private Busunternehmer bilden vor allem auf dem Land und in den Mittelstädten das Rückgrat des ÖPNV. Insgesamt liegt ihr Anteil – gemessen an der Fahrtstrecke – bei 50 Prozent der konzessionierten Linien. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes nutzten im Jahr 2003 in Deutschland 8.034 Mill. Fahrgäste den Linienverkehr auf der Straße – das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.







