14.02.2008
Tourismuskongress zeigt Potential des Reisebusses auf
Steinbrück fordert mehr Einsatz von Deutschlands Politik
Anlässlich der heutigen Eröffnung des Bustourismuskongresses in Berlin stellte Präsident Steinbrück noch einmal die Bedeutung des umweltfreundlichsten und sichersten Verkehrsmittels heraus. Gleichzeitig appellierte Steinbrück an die Politik, den Mittelstand im Tourismus zu stärken. Insbesondere die Kennzeichnungsverordnung und die novellierten Lenk- und Ruhezeiten bedürfen einer Korrektur: Herausnahme des Busses aus der Kennzeichnungsverordnung und die Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung sind zentrale Botschaften des Gewerbes.
Über 200 Gäste begrüßte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer zu seinem Kongress „Chancen und Blockaden im Bustourismus - Klimaschonendes Reisen versus Wettbewerbsverzerrungen“ im Ellington Hotel. In seiner Eröffnungsrede machte Präsident Wolfgang Steinbrück deutlich, dass das umweltfreundlichste und sicherste Verkehrsmittel weiterhin mit massiven Wettbewerbsverzerrungen gegenüber Flugzeug und Bahn zu kämpfen habe. Insgesamt subventioniere Deutschland den Flugverkehr jährlich mit mehr als 8 Milliarden Euro durch die Nichtbesteuerung von Kerosin. Hinzu komme die verfehlte Subventionierung von Sekundärflughäfen wie Altenburg oder Erfurt. Das bekannteste Beispiel für einen Subventionsempfänger ist aber die Deutsche Bahn AG. Seit Jahren wird diese mit jährlich über 20 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt alimentiert.
Zwar prognostizieren Forschungsinstitute dem Bustourismus insgesamt eine freundliche Entwicklung, allerdings so Steinbrück, hemmen schlechte politische Rahmenbedingungen immer wieder die Konjunktur. Die erst jüngst beschlossene und seit Anfang des Jahres umgesetzte Kennzeichnungsverordnung wie auch die seit fast einem Jahr neu geltenden Sozialvorschriften seien existenzbedrohend, führte Steinbrück aus. „Kassieren Sie Brüsseler Beschlüsse wieder ein! Geben Sie uns die 12-Tage-Regelung wieder. Wir sind keine LKW-Unternehmen und unsere Fahrer transportieren kein gepökeltes Schweinefleisch. Wir sind Busunternehmer und wir befördern Menschen“, wandte sich Steinbrück an die zahlreich versammelten Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Dabei forderte er auch wiederholt eine Herausnahme des Omnibusses aus der Kennzeichnungsverordnung.
Neben einem eindringlichen Appell an die Volksvertreter, politisch fehlerhafte Entscheidungen zu korrigieren, gab es allerdings auch Lob für die Parlamentarier. Bis zum Ende der Legislaturperiode müsse nämlich die Bundesregierung einen Bericht zu den Auswirkungen der neuen Lenk- und Ruhezeiten vorlegen. Diesem Akt ging ein parlamentarischer Beschluss des Deutschen Bundestages voraus.
Einen Kongressbericht finden Sie hier.
Veranstaltungsbeiträge zum Download
13. Februar - Workshop "Bustourismus"
Johannes Krems, Geschäftsführer, Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehen e. V., Langenfeld
Die Umsetzung der Änderung der EG-Sozialvorschriften in der Praxis
Thomas Dittmeier, Versicherungsmakler, Dittmeier & Dittmeier, Würzburg
Gestohlene Reisebusse und der Einsatz von Leihfahrern: Zwei von vielen versicherungsrelevanten Beispielen
Stefanie Holtkötter, Rechtsanwältin, Steuerberaterin und Hans-Georg Holtkötter, Betriebswird und Steuerberater, holtkötter + holtkötter, München
Der Steuerberater als Freund: Tipps und Tricks für Busunternehmer
(zum Vortrag.... + Anlagen)
14. Februar "Kongress zum Bustourismus"
Wolfgang Steinbrück, Präsident des bdo
Begrüßung
Ernst Hinsken, Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus, Berlin
Grußwort
Prof. Dr. Edgar Kreilkamp, Strategisches Management und Tourismusmanagement, Uni Lüneburg
Der Bustourismus am Scheideweg - Fluch oder Segen der Best Ager Generation
Karin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Berlin
Die Kennzeichnungsverordnung und das Land Berlin: Umweltfreundlicher Tourismus in der Hauptstadt
Rolf Pfeifer, Geschäftsführer, forum ander reisen e. V., Freiburg i. Br.
Diskriminierung des umweltfreundlichsten Verkehrsmittels aus Sicht des Unternehmerverbandes forum anders reisen e. V.
Jochen Sandner, Geschäftsführer, Bundesgartenschau Schwerin 2009 GmbH, Schwerin
Kooperation am Beispiel der Bundesgartenschau (BUGA) 2009







