09.02.2008
Schulbusverkehr - die sicherste Form der Beförderung
ADAC-Test untermauert Forderungen der deutschen Busbranche
Jedes Jahr veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Zahlen zum Unfallgeschehen in Deutschland und vergleicht die Risiken einzelner Verkehrsmittel miteinander. An den wesentlichen Fakten hat sich über Jahrzehnte nichts verändert: Busse und Schulbusse sind die sichersten Verkehrsmittel und der Trend zeigt, dass die Unfallzahlen dieser Verkehrsmittel von Jahr zu Jahr abnehmen.
Auch die jüngsten Auswertungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung vom Oktober 2007 belegen: mit einem Anteil von nur 4,0 % beziehungsweise 2 % sind Busse im Schülerverkehr die mit Abstand sichersten Verkehrsmittel. Dennoch optimieren Unternehmen, Verbände und Gesetzgeber weiter an der Sicherheit.
Die Schwachstellen zeigt der neue ADAC-Test bei Schulbussen zweifelsfrei auf. Es ist das Verhalten der Schüler an Haltestellen und im Bus selbst, was in der Praxis öfter zu Problemen führen kann. Das Herumtollen an ungesicherten Haltestellen, Drängeln und Schubsen beim Ein- und Ausstieg sowie Rangeleien der Schüler im Bus sind dann auch die häufigsten Ursachen für Verletzungen oder Unfälle.
Der Einsatz notwendiger Begleit- und Ordnungskräfte, der erhebliche Verbesserungen bringen würde, scheitert bisher in der Regel daran, dass die öffentlichen Aufgabenträger nicht bereit sind, dafür Finanzmittel aufzubringen.
Für die vom ADAC festgestellten teilweise überfüllten Schulbusse gibt es zwei Hauptursachen. Einerseits kann es zu kurzfristigen Unterrichtsausfällen kommen, die dem Busunternehmen nicht rechtzeitig mitgeteilt wurden. Um ihnen lange Wartezeiten zu ersparen, werden die Schüler dann außerplanmäßig mitgenommen. Andererseits werden von der öffentlichen Hand oft keine ausreichenden Kapazitäten bestellt.
Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) fordert daher seit langem mehr Schulbusse, mit ausreichend Sitzplatzkapazitäten. Vor allem bedarf es aber einer auskömmlichen Finanzierung durch die Kommunen. Hier besteht der größte Handlungsbedarf, wie allein der Freistaat Bayern zeigt. Dort wurden die öffentlichen Finanzhilfen für den Ausbildungsverkehr sowie für den öffentlichen Linienverkehr mit Omnibussen in Bayern von 2003 bis heute nahezu halbiert.
Dass die Branche seit langem ihr „Herz“ für Schüler entdeckt hat, zeigt die bundesweite Kampagne „Busstop – sicher zur Schule“, die sich gleichermaßen an Eltern, Lehrer und Schüler richtet. Mehr als 500 Unternehmen nehmen bisher freiwillig daran teil. Die Schirmherrschaft hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee inne.
Zahlen & Fakten zur Schulbussicherheit: www.busstop.de







