04.03.2008

Düstere Aussichten für die Bustouristik

+ Prognose 2008: Fast 50 Prozent blicken pessimistisch in die Zukunft
+ Bustourismus: Jedes zweite Unternehmen mit Gewinnrückgang in 2007

+ Nahverkehr: Über 60 Prozent blicken auf befriedigendes Geschäftsjahr

Anlässlich der ITB Berlin hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) wieder eine Konjunkturumfrage unter seinen Unternehmen durchgeführt. Befragt wurde das vergangene Geschäftsjahr, mit einer Prognose zur laufenden Geschäftsentwicklung. Danach  blicken mehr als 63 Prozent der 178 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, auf ein „befriedigendes“ bustouristisches Geschäftsjahr zurück. Knapp 20 Prozent stuften hingegen die Geschäftslage als „schlecht“ ein. Nur rund 17 Prozent hielten das Geschäftsjahr für „gut“ .
Insgesamt hat die Bustouristik einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von fünf Prozent zu verzeichnen. Jedes zweite Unternehmen musste in 2007 einen Gewinnrückgang verkraften. Das ist ein Anstieg von minus 20 Prozent allein gegenüber dem Vorjahr. Eine Gewinnsteigerung konnten nur knapp 17 Prozent der Unternehmen vermelden. Im Jahr zuvor waren dies noch mehr als 25 Prozent der befragten Unternehmen.

Der Inlandstourismus spielt in der Bustouristik weiter die entscheidende Rolle. Während 32 Prozent der Unternehmen angeben, dass Fahrten innerhalb Deutschlands gegenüber dem Vorjahr weiter zunahmen, so verzeichnen 37,4 Prozent weniger Fahrten ins Ausland als im Geschäftsjahr zuvor.

Die Gründe für die Verluste sind schnell gefunden. Neben einer Explosion der Treibstoffpreise - seit 2000 mehr als 40 Prozent – sind auch die ersten negativen Auswirkungen des Wegfalls der 12-Tage-Regelung in der Bustouristik sichtbar. Entweder verzichten Unternehmen  auf mehr als sechstägige Reisen oder sie müssen zusätzliches Fahrpersonal bereitstellen. Beide Varianten sind nachteilig und nicht tourismusfreundlich.

Wie schwierig die Lage in der Bustouristik ist, wird deutlich, wenn man die Prognose für das laufende Geschäftsjahr heran zieht. Nur noch sieben Prozent der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Fast die Hälfte aller befragten Unternehmen glaubt an eine noch „schlechtere“ Geschäftsentwicklung.

Auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) befindet sich seit einigen Jahren in einer schwierigen Lage. Nur etwas mehr als sieben Prozent waren mit ihrer Geschäftslage in 2007 zufrieden bzw. befanden diese für „gut“. Knapp 63 Prozent der Unternehmen stuften das vergangene Jahr als „befriedigend“ ein. Fast 30 Prozent verzeichneten ein „schlechtes“ Geschäftsjahr. Gewinnsteigerungen konnten nur sieben Prozent der Unternehmen erzielen. Bei mehr als 54 Prozent ging der Gewinn zurück.

Jährlich werden rund 120 Millionen Gäste in deutschen Reisebussen befördert. Davon gehen 20 Millionen Gäste mit dem Reisebus auf Kurz- und Urlaubsreise. In der Bundesrepublik gibt es derzeit knapp 5.500 private Busunternehmen, davon knapp 1.200 Unternehmen, die als eigene Reiseveranstalter auftreten.

Die vollständige Erhebung der Konjunkturumfrage finden Sie hier.