Dieselkraftstoffpreise setzen Busbranche weiter unter Druck

Steinbrück fordert deutliche Absenkung der Mineralölsteuer

Die jüngste Dieselpreisexplosion hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) noch einmal zum Anlass genommen, um Entlastungen für den Mittelstand einzufordern. In einem Schreiben an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück fordert der Spitzenverband eine deutliche Absenkung der Mineralölsteuer.

Insbesondere das umweltfreundliche Verkehrssystem Omnibus steht unter den explosionsartig ansteigenden Rohölpreisen zunehmend unter existentiellem Druck. Allein die unkalkulierbaren Dieselpreise zwingen viele Unternehmen zu einem Investitions-Stop. Einseitige Sparmaßnahmen von Bund und Ländern zu Lasten des Omnibusses und weiterhin ungleiche Rahmenbedingungen zwischen den Verkehrsträgern, vergrößern die mittelständische Not im Busgewerbe.

Welchen politischen Auswüchsen Busunternehmen mitunter ausgesetzt sind, zeigt die Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs am Beispiel immer strengerer Abgasnormen. Verbrauchte ein Linienbus der Abgasnorm Euro I in den 1990er Jahren noch rund 28 Liter Diesel auf 100 Kilometer, sind dies bei der gültigen Abgasnorm Euro IV bis zu 42 Liter; eine Steigerung von 50 %. Allein daraus ergibt sich folgende Rechnung: Neben steigenden Fahrzeugkosten und höherem Spritverbrauch kommen noch eine abnehmende Finanzierung des ÖPNV sowie subventionierte Flug- und Bahnverkehre hinzu. Unterm Strich und auf Dauer gleicht dies einem Verlustgeschäft.

Allein der Dieselpreis stieg seit Einführung der Ökosteuer im Oktober 1999 um mehr als 120 Prozent. Allein mehr als 150 Millionen Euro verlieren Busunternehmen jährlich gegenüber dem Flugverkehr durch die Mehrbelastung der Mineralölsteuer

„Eine deutliche Steuersenkung ist aus unserer Sicht unabdingbar. Zu groß lastet der Kostendruck auf dem Verkehrsgewerbe“ so Präsident Wolfgang Steinbrück an die Adresse des Bundesfinanzministers.