Busbranche fordert Entlastung von der Mineralölsteuer
Umweltfreundlichstes Verkehrsmittel wird sträflich vernachlässigt
Im Vorfeld der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin fordert die deutsche Busbranche ein Umdenken in der Verkehrs- und Tourismuspolitik. Um kurzfristig Klimaschäden abzubauen, bedarf es insbesondere einer konzertierten Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel und eines Subventionsabbaus bei umweltbelastenden Verkehrsträgern.
Jahr für Jahr weisen amtliche Statistiken nach, dass der Bus mit großem Abstand das umweltfreundlichste Verkehrsmittel darstellt, weit vor Flugzeug, Bahn und Pkw. Dieser ökologisch wichtige Aspekt wird jedoch von der Politik sträflich vernachlässigt. Subventioniert wird hingegen der Flugverkehr in Höhe von 8,73 Milliarden Euro, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nachweist. Grund dafür ist die fehlende Kerosinsteuer. Weitere Millionenschwere Subventionen erfolgen durch den Bund als Anteilseigner in Form reduzierter Start-, Lande- und Abfertigungsentgelte an Sekundärflughäfen für Billig-Fluggesellschaften. Der rasante Zuwachs an Fluggästen brachte nicht nur steigende Gewinne für Fluggesellschaften, sondern auch steigende Kohlendioxid-Emissionen, allein seit 1990 um 87 Prozent.
Das ökologischste Verkehrsmittel Bus hingegen wird voll besteuert. Allein die Mineralölsteuer verursacht Mehrkosten von mehreren Hundert Millionen Euro. Dies stellt eine massive Wettbewerbsverzerrung zulasten des Mittelstandes dar und führt zu einem Marktaustritt etlicher Unternehmen. Touristischen Destinationen vor allem in Deutschland fehlen dann Millionen von Reisegästen, die heute schon einen Billig-Urlaub auf Mallorca gegenüber der Insel Rügen vorziehen.
Die Branche fordert daher wiederholt eine Mineralölsteuerbefreiung und eine Mehrwertsteuerbefreiung im grenzüberschreitenden Busverkehr. Nur so ist das ökologischste Verkehrsmittel konkurrenzfähig.
„Die Politik soll nicht nur den Klimaschutz im Jahr 2020 im Fokus haben“, so Hauptgeschäftsführer Gunther Mörl. „Vielmehr geht es darum, sofort umweltschädigende Einflüsse einzudämmen. Faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen wären ein erster Schritt zur wirklichen Entlastung der Umwelt.“
Weitere Auskünfte zur Umweltfreundlichkeit des Busses erhalten Sie unter der Rubrik Fakten & Zahlen.







