Spitzentreffen nationaler Busverbände in Engelberg, Schweiz
Herausforderungen der Zukunft gemeinsam bestehen
Im Mittelpunkt des traditionell im Herbst stattfindenden Treffens der Präsidenten, der deutschsprachigen Busverbände Car Tourisme Suisse, WBO und bdo, standen die Bedeutung, die zukünftige Rolle der mittelständischen Busunternehmen im ÖPNV, die neuen EG-Sozialvorschriften für Busfahrer, Berufszugangsbedingungen und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Reisebus und Reisebustourismus.
Es besteht zwischen den Verbänden Übereinstimmung in der Bewertung, dass der mit der Neuregelung der EG-Sozialvorschriften verbundene Wegfall der so genannten 12-Tage-Regelung für die bustouristischen Unternehmen in Europa völlig unakzeptabel ist.
Die Busfahrer werden dadurch gezwungen, ihre Ruhezeiten unterwegs und nicht zu Hause bei ihren Familien einzulegen. Die Busunternehmen verlieren wichtige Flexibilitätsvorteile im Vergleich zu anderen Wettbewerbern; die touristischen Zielgebiete schließlich erleiden deutliche Aufkommensrückgänge durch die notwendige Verkürzung der Aufenthaltsdauer von Busreisegästen.
bdo und WBO werden sich deshalb in Brüssel massiv für eine vom Güterverkehr abgekoppelte spezielle, den Anforderungen der Bustouristik gerecht werdende, Lenk- und Ruhezeitenregelung einsetzen und dabei insbesondere die Wiedereinführung der so genannten 12-Tage-Regelung einfordern.
Hanspeter Baeriswyl, Präsident, Hans Dillier, Vizepräsident von Car Tourisme Suisse, als Gastgeber des diesjährigen Treffens, Karl Molzer, Obmann des Fachverbandes der Autobusunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich und Wolfgang Steinbrück, Präsident des bdo, vereinbarten einen engen Schulterschluss und ein konzertiertes Vorgehen ihrer Verbände, um die Interessen der mittelständischen privaten Busunternehmen bei der Neugestaltung der europäischen Rahmenbedingungen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch effektiver vertreten zu können.
Die politischen Vorgaben und Zielsetzungen, mehr Transparenz in den ÖPNV-Märkten und eine Gleichbehandlung aller durchzusetzen, dürften nicht durch weit reichende Ausnahmeregelungen und einseitige Besserstellungen für staatliche und kommunale Betriebe in ihr Gegenteil verkehrt werden.
Gemeinsames Ziel aller drei Verbände ist es auch, den politischen Status des Reisebus als besonders umweltfreundliches und verkehrssicheres öffentliches Verkehrsmittel deutlich zu verbessern. Dabei geht es auch um praxisbezogene Fragen wie die Mitbenutzung von Busspuren in den Innenstädten durch Reisebusse, die Bereitstellung von Omnibushalteplätzen für Reisebusse an Hauptbahnhöfen, die Beseitigung von Einfahrverboten in Innenstädten und die Befreiung der Bustouristik von exorbitanten Einfahrt- und Parkgebühren.
Das nächste Treffen der Verbandspräsidenten findet auf Einladung des bdo in Dresden statt.







