Parlamentarischer Abend zum Bustourismus

Optimistische Prognosen, aber schlechte Rahmenbedingungen

Tourismuspolitiker des Deutschen Bundestags  waren auch in diesem Jahr wieder zum traditionellen Parlamentarischen Abend eingeladen, um gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) und dem Internationalen Bustouristikverband (RDA) die aktuelle Lage des Bustourismus zu erörtern. Die Verbände zeigten dabei das große Potential der Branche auf, verdeutlichten aber zugleich, dass es weitergehender politischer Rahmenbedingungen bedarf, um Wettbewerbsgleichheit zwischen den Verkehrsträgern herzustellen.

Den Reisebus nutzen jährlich rund 120 Millionen Bürger für Kurzreisen, Tagesfahrten und Urlaubsreisen. Bei den Urlaubsreisen mit einer Dauer von mehr als fünf Tagen erreicht der Reisebus einen Reiseanteil von 10 Prozent. Steigende Reiselust und eine zunehmende Mobilität lassen den Freizeit- und Reisemarkt zu einem stetig wachsenden Wirtschaftszweig ansteigen, an dem der Bustourismus einen bedeutenden Anteil hat. Kundenorientierte Angebote sowie eine flexible Urlaubsplanung und Routengestaltung sind neben der hohen Sicherheit und Umweltfreundlichkeit Argumente für die Bustouristik. Prognosen sehen daher den Reisebus in einigen Jahren bei einem Marktanteil von 12 Prozent aller Urlaubsreisen. Beliebtestes Urlaubsland der deutschen Busreisenden ist und bleibt das eigene Land mit einem Anteil von rund 30 Prozent. Dabei liegen Bayern, Baden-Württemberg, aber auch die Feriengebiete der deutschen Ostsee, Schleswig-Holstein und Niedersachsen voll im Trend. Beliebteste Ziele im Ausland sind Italien, Österreich, Tschechien und Polen.

Guten Prognosen stehen jedoch schlechten politischen Rahmenbedingungen gegenüber. Solange es keine gleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen Bahn, Flugzeug und Bus gibt, bleiben optimistische Zukunftsprognosen reine Makulatur. Dies unterstrich Präsident Wolfgang Steinbrück in seiner Ansprache gegenüber den Abgeordneten. Dabei erinnerte er daran, dass der Bustourismus ein mittelständischer Wirtschaftszweig ist, der allein in Deutschland indirekt 750.000 Menschen Arbeit gibt und ein beträchtliches Steueraufkommen erbringt. „Wir können keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, wenn die Ungleichbehandlung und Abgabenlast weiter zunehmen. Das wollen wir auch nicht, da wir zu unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung stehen“, machte Steinbrück deutlich. „Die Politik soll aber auch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft stärken und nicht weiter schwächen“ hob Steinbrück weiter hervor.