Dramatische Verschlechterungen bei den Lenk- und Ruhezeiten gefährden Bustouristik

Gemeinsame Resolution von bdo und RDA Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) und der Internationale Bustouristik Verband (RDA) haben eine gemeinsame Resolution verabschiedet und werden Hand in Hand europa- und bundesweit gegen die geplante Novellierung der Lenk- und Ruhezeiten vorgehen. Die Resolution wird außerdem an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung schriftlich übergeben. Unmittelbar vor den anstehenden Abstimmungen zur Novellierung der Lenk- und Ruhezeiten im europäischen Verkehrsministerrat und dem Europäischen Parlament in Brüssel, soll so der volkswirtschaftliche, gesellschaftliche, tourismuspolitische und ökologische Schaden noch abgewendet werden. 

Der BDO und seine Landesverbände sowie der RDA haben sich in der dieser Sache ebenfalls an die Europaabgeordneten sowie maßgebliche deutsche Politiker gewandt und auf die zu erwartenden dramatischen Verschlechterungen aufmerksam gemacht. BDO und RDA bringen damit ihr Unverständnis zum Ausdruck, dass der EU-Verkehrsministerrat und das Europäische Parlament ohne Not bewährte flexible Regelungen durch starren Bürokratismus ersetzen.

Dem sichersten und umweltfreundlichsten Verkehrsmittel drohen damit weitere Wettbewerbsnachteile. Dadurch entstehen den 6.000 deutschen bzw. 25.000 europäischen mittelständischen Busunternehmen, aber auch der Hotellerie und der Gastronomie in Deutschland und in Europa erheblicher wirtschaftlicher Schaden.

In der gemeinsamen Resolution weisen bdo und RDA nach, dass die, vom EU-Verkehrsministerrat geforderten Änderungen in der Praxis zu negativen Auswirkungen führen. Die klassische Busrundreise heutigen Zuschnitts (mehr als sechs Tage) wäre so nicht mehr mit einem Fahrer durchführbar. Die Reisedauer müsste wesentlich kürzer sein. Damit würde auch die Auslastung der Hotellerie und der Gastronomie erheblich sinken. Betroffen sind hiervon Städtereisen, Studienreisen, Kultur- und Naturreisen und natürlich würde dies die Hotellerie und Gastronomie insbesondere in der Nebensaison belasten.

Doch auch die Arbeitsbedingungen für das Fahrpersonal verschlechtern sich, weil der Freizeitausgleich dann während einer Busreise abgesessen werden muss, und nicht mehr im Anschluss daran zu Hause bei der Familie stattfinden kann. Die derzeitigen bewährten Lenk- und Ruhezeiten-Regelungen tragen dazu bei, dass der Bus das sicherste Reiseverkehrsmittel ist.

Das für seine Flexibilität geschätzte Busgewerbe muss aufgrund des Wegfalls bewährter flexibler Regelungen entsprechende Veränderungen in den Angebotsstrukturen vornehmen. Dies bedeutet eine deutliche Benachteiligung insbesondere älterer und häufig mobilitätseingeschränkter Bürgerinnen und Bürger. Eine oftmals von den Reisebusunternehmen und ihren Mitarbeitern während der gesamten Reisedauer persönlich durchgeführte Betreuung ist dann nicht mehr möglich.

Vor diesem Hintergrund prognostizieren BDO und RDA eine sinkende Nachfrage nach beförderungs- und touristischen Leistungen und daraus resultierend den Abbau von Arbeitsplätzen im Tourismus-Sektor sowie Einnahmeverluste in der gesamten touristischen Wertschöpfungskette einer Busreise. 

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) und der Internationale Bustouristik Verband (RDA) appellieren deshalb mit Nachdruck an die Bundesregierung, der Verabschiedung der neuen EU-Bestimmungen zur Regelung der Lenk- und Ruhezeiten für den Straßenverkehr in der vorliegenden Fassung keinesfalls im EU-Verkehrsministerrat zuzustimmen. 

Nur durch den Erhalt bestens bewährter Regelungen ist großer wirtschaftlicher Schaden von den Omnibusunternehmen, deren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden abzuwenden.