bdo- Studie sieht Perspektiven für den Bustourismus
Busreise- und Leistungsindex mit wertvollen Hinweisen
In den vergangenen 50 Jahren zählte der Tourismus zu den stetig wachsenden Branchen. Das veränderte Freizeitverhalten und die hohe Flexibilität der potentiellen Kundschaft führen dazu, dass den meisten Reiselustigen eine „einfache“ Busreise nicht mehr ausreicht. Auch der steigende Wettbewerbsdruck durch Individual-, Bahn- und Flugreisen kann langfristig dazu führen, dass das Segment Bustourismus geschwächt wird. Deshalb hat der bdo die Studie „Bestandsaufnahme und Perspektiven im Bustourismus“ in Auftrag gegeben. Das renommierte Institut trommsdorff+drüner befragte 1.132 Personen zu ihrem Reiseverhalten und konnte so eine detaillierte Datenbasis schaffen, um Aussagen zu übergeordneten Reisetrends, wie auch busspezifischen Inhalten zu treffen.
Mit der vorliegenden Studie richtet sich der bdo an die klein- und mittelständischen Busunternehmen und bietet ihnen mit Auswertung der Datensätze neben den viel versprechenden Handlungsempfehlungen auch Produkt- und Marketingstrategien zur Optimierung ihres touristischen Angebots an.
Die Studie ist in zwei Hauptstränge unterteilt. Der erste besteht aus den Resultaten einer eigenen Primärerhebung. Er stellt neben dem allgemeinen Reiseverhalten auch die aktuelle Situation im Bustourismus dar. Die Studie trifft anhand des ausgewerteten Datenmaterials Aussagen über die Bedürfnisse der Reisenden, ihre Buchungsgewohnheiten, das gegenwärtige Image der Busreise, wie auch den Stellenwert der altersspezifischen Reisegewohnheiten. Die Erhebung widmet sich auch der bestehenden Kritik am Busreisen und fragt nach nötigen Verbesserungsmöglichkeiten.
Um die auszubauenden Potentiale der Busreise verdeutlichen zu können, wird in der vorliegenden Studie erstmals der so genannte Busreiseindex erhoben. Die Probanden wurden gefragt, welches Reiseziel, welchen Reiseinhalt sie favorisieren. Nach Beantwortung gaben sie Auskunft darüber, ob sie sich die gewünschte Reise auch mit dem Bus vorstellen könnten. Aus diesen Ergebnissen konnte jeweils ein Wert ermittelt werden, der Aufschluss darüber gibt, welche Reisearten innerhalb des Bustourismus besonders Erfolg versprechend sind. Die höchsten Busreiseindizes können traditionellerweise Rund- und Städtereisen verzeichnen. Hinzu kommen allerdings auch neue Formen, die, wie beispielsweise die Shoppingreise, ein innovatives Marktsegment darstellen. Auf gleiche Weise wurde der Leistungsindex berechnet. Er gibt darüber Auskunft, welche zusätzlichen Leistungen besonders zur Kundenzufriedenheit beitragen können und welcher Service vom Gast als selbstverständlich erachtet wird. Die höchsten Leistungsindizes erhielten ansprechende Verpflegung, wie auch verschiedene Unterhaltungsmedien. Wenngleich hier lediglich für die bessere Verpflegung eine zusätzliche Zahlungsbereitschaft besteht. Darüber hinaus gibt die Studie Auskunft darüber, welche zusätzlichen Serviceangebote gewünscht sind und demnach ausgebaut werden sollten.
Um diese Serviceanpassungen genauer treffen zu können, liefert die Broschüre im zweiten Hauptteil ganz detaillierte Ergebnisse in Bezug auf die Zielgruppen. Neben den Resultaten zu allgemeinem Reiseverhalten, Busreisen, Leistungswahrnehmungen und den alterspezifischen Präferenzen filtert die Studie erstmals die verschiedenen Busreisetypen. Die 1.132 Befragten sind in fünf verschiedene Gruppen unterteilt worden. Jeder einzelnen Gruppe werden neben bestimmten Charaktereigenschaften auch spezifische Reisegewohnheiten zugeordnet. Der Reise- Affine, jedoch Bus- Averse beispielsweise ist zwischen 30 und 49 Jahren und ausgesprochen qualitätsbewusst und aktiv, ebenso legt er Wert auf hochwertiges Reisen. Dennoch liefern die getroffenen Einschätzungen dieses Reisetyps den Schluss, dass diese Zielgruppe für den Bustourismus zwar interessant, aber wenig Erfolg versprechend ist. Auf diese Art und Weise werden die weiteren vier Zielgruppentypen analysiert und greifbar gemacht. Neben dem beschriebenen Typen werden die Reise- Affine/ Bus- Fans, die Gelegenheitsbusreisenden, die Test-/ Einmal- Busreisende und die Reisemuffel für den Busunternehmer herausgefiltert. Mit Hilfe dieser Spezifizierung ist der Unternehmer in der Lage, die jeweilige Zielgruppe leichter anzusprechen. Durch eine Optimierung des Angebotes können Neukunden gewonnen und der bereits bestehende Kundenstamm direkter angesprochen werden.
Abschließend eröffnet die Studie Perspektiven, die die notwendige Anpassung an den sich wandelnden Markt hervorheben. Denn dass die Tourismusbranche vor einem Strukturwandel steht, ist unbestreitbar.
Der bdo möchte mit seiner Studie die Busunternehmer motivieren sich den unaufhaltsamen Wandel zu nutze zu machen. Die aktuellen Auswertungen können dabei Grundlage und Motivation für die Entwicklung innovativer Marketingstrategien sein. Die Übersetzung der Erhebungsresultate in die jeweilige Unternehmenspolitik kann der Busbranche neue Absatzpotentiale und damit neue Reisegäste bescheren.







